Ab 12 Jahre: Angie Westhoff - Der geheime Club

Inhalt:
Aufregung in der Schule. Überall hängen Plakate auf, auf der nach Mitgliedern eines geheimen Clubs gesucht wird. In den nächsten Tagen bekennen sich einzelne Schüler als Clubmitglieder. Die Plakate werden wiederholt. Alle Schüler und Lehrer sind aufgeregt. Was ist das für ein Club? Wer steckt dahinter? Welches Ziel hat der Club? Und wie wird man Mitglied? Die Schülerin Lisa will das Geheimnis über den Club lüften und erlebt dabei, was Freundschaft bedeutet und die erste Liebe.

Meinung:
2015 erschien im Imprint PINK! des Oetinger Verlages das Jugendbuch "Der geheime Club" von Angie Westhoff, das sich an Leser (hauptsächlich Mädchen) von 12 Jahren richtet. Hauptfigur ist Lisa, die recht frisch von Wien nach München zu ihrem Onkel gezogen ist, weil ihre Eltern für ein Jahr in Südamerika arbeiten. An der neuen Schule geht ein aufregendes Gerücht um: viele Plakate verraten, daß es einen geheimen Club gibt, der nach Mitgliedern sucht. In den nächsten Tagen wird der Aufruf mit Plakaten wiederholt, einzelne Schüler erzählen von ihrer Clubaufnahme, schweigen aber, was diesen Club ausmacht. Schüler und Lehrer sind aufgeregt: Was ist das für ein Club? Wer steckt dahinter? Welches Ziel hat der Club? Und wie wird man Mitglied? Lisa will das Geheimnis über den Club lüften. Dabei braucht sie die Hilfe ihrer neuen Freunde, zu denen auch Leander gehört. Bei ihm schlägt ihr Herz höher.
Angie Westhoff verbindet in ihrem Jugendroman die klassischen Themen "erste Liebe" und "Auserwählung" zu einer unterhaltsamen Lektüre. Anschaulich zeigt sie, wie wichtig es für die Jugendlichen die Anerkennung durch ihresgleichen ist, welche Sogwirkung ein Club mit exklusivem Zugang entfalten kann, erst recht, wenn ihn etwas Geheimnisvolles umgibt. Letztlich wollen alle irgendwie dabei sein, dieses Zusammengehörigkeitsgefühl erleben, nicht ausgeschlossen sein. Spannend und geschickt hat Westhoff dieses Thema aufgearbeitet, obwohl tatsächlich viel über den Club nicht geschieht. Er schwebt atmosphärisch, als größeres Ziel. Vielmehr fokussiert Westhoff die Handlungen und Motive der Figuren auf die Bestrebungen, dazu zugehören. Übrigens ist die Hauptfigur Lisa auch nicht freischwebend, auch sie will zu einer Gruppe gehören, nämlich zu ihrer Freundesgruppe. Was also im Großen, dem Club, Antrieb für die Jugendlichen ist, ist im Kleinen für Lisa.
Leicht und unterhaltsam ist der Erzählstil Westhoffs. Sie schafft es, eine Spannung aufzubauen, ohne größere Gefahren für die Figuren zu konstruieren. Gewalt oder Mobbing kommt nicht vor, zuviel emotionale Erklärungen auch nicht. Es ist eine gute Mischung, die die Autonomiebestrebungen der Jugendlichen in die Geschichte einarbeitet. Zudem baut sie geschickt den Themenstrang "erste Liebe" ein, ohne ihn in den Vordergrund zu rücken oder deplatziert wirken zu lassen. Der Roman ist bestens für Jugendliche, vor allem für Mädchen (daher auch sein Erscheinen in der Reihe PINK! im Oetinger Verlag), zwischen 12 und 14 Jahren geeignet.
Unterhaltsam, leicht und doch auch spannungsvoll erzählt Angie Westhoff von der Sogwirkung eines geheimen Clubs, vom Zusammengehörigkeitsgefühl für und auf Jugendliche. Dabei unterläßt sie dankenswerterweise alles Brutale. Denn gute Spannung kommt auch ohne Übertreibung aus. So bleibt die Geschichte realistischer.
Angie Westhoff - Der geheime Club
PINK!, Imprint von Oetinger Taschenbuch, Hamburg 2015
ISBN: 978-3864300424
Ausstattung: 192 Seiten, Taschenbuch
Preis: 9,99 €
Vom Verlag empfohlenes Lesealter: ab 12 Jahre

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