Donnerstag, 23. Februar 2017

"Leseförderung ist eine Beziehungserfahrung": Interview mit Kamishibai-Erzählerin und Bibliothekarin Susanne Brandt

Wer sich näher mit Kamishibai, mit dem Vorlesen für Kindergartenkinder oder überhaupt mit dem Erzählen beschäftigt, stößt recht schnell auf den Namen Susanne Brandt. Die Bibliothekarin ist eine ausgewiesene Kennerin auf diesem Gebiet. Mit zahlreichen Praxisbüchern wie "Mein Kamishibai" (zusammen mit Helga Gruschka), "Lauschen und Lesen" oder "Im Kindergarten Bilderbücher erleben" gestaltet sie Leseförderung auf ihre sehr sympathische Art und Weise. Schnell merkt man, daß das Kind mit seinem eigenen Wesen bei ihr im Zentrum steht. Nun ist Susanne Brandt seit mehr als 3 Jahrzehnten in diesem Bereich tätig. Da freue ich mich sehr, sie zu Leseförderung interviewen zu dürfen.

Seit fast drei Jahrzehnten beschäftigen Sie sich mit Leseförderung, sind Autoren zahlreicher Fach- und Praxisbücher, erzählen Kindern Geschichten mit dem Kamishibai. Wie sind Sie zu dem Thema gekommen? Was ist bis heute Ihr Antrieb?
Die Leseförderung begleitet mich seit Beginn meiner Berufstätigkeit als Bibliothekarin, bei der die Arbeit mit und für Kinder und Kinderbibliotheken immer einen gewissen Schwerpunkt gebildet hat. Letztendlich war das bereits bei der Entscheidung für das Studium eine wichtige Motivation: nämlich Möglichkeiten zu entdecken, um bei Kindern die Lust an Sprache und Geschichten anzuregen und ihrer eigenen Fantasie und Erzähllust Raum und Aufmerksamkeit zu schenken. Meine beruflichen Aufgaben und Einsatzorte haben sich in den Jahren dann mehrfach geändert – aber dieses Anliegen steht für mich heute wie damals als Antrieb im Zentrum, weil das ein unerschöpfliches Thema ist.

Hat sich die Leseförderung über die Jahre hinweg gewandelt und wenn ja, in welcher Art und Weise?
Ja und nein. Einerseits erlebe ich, dass Kinder auf der Beziehungsebene Bedürfnisse signalisieren, die sich nach meiner Wahrnehmung kaum geändert haben: Besonders deutlich merke ich das beim dialogischen Vorlesen und Erzählen, wenn die Kinder mit ihren Fragen und ihren Gedanken zu Geschichten individuell wahrgenommen werden und sich äußern möchten. Andererseits bringen die Kinder aber heute mehr als vor 30 Jahren eine Vielfalt von Medienerfahrungen mit, die eher von kurzen Aufmerksamkeitsspannen und einem schnellen Wechsel bzw. Nebeneinander von verschiedenen sinnlichen Reizen geprägt sind. Dass Vorlesen und Erzählen anders geht und ein Kamishibai z.B. einem anderen Rhythmus folgt, wird mal mit spürbarer Entspanntheit, Neugier und Lust an der Zeit und Zuwendung, die dabei geschieht, beantwortet. Von einigen aber auch als ungewohnt empfunden. Das bedeutet für die Vermittlung: Die Kinder bringen ein sehr breites Spektrum an unterschiedlichen Sprach- und Medienerfahrungen mit, das beim Vorlesen und Erzählen im Blick bleiben muss und einem eine zunehmend große Flexibilität abverlangt, um sich angemessen auf die Reaktionen der Kinder einstellen zu können.

Was verstehen Sie unter guter, nachhaltiger Leseförderung?
Der polnische Kinderarzt und Pädagoge Janusz Korczak, den ich bis heute in vielem als Impulsgeber für meine Arbeit verstehe, hat Anfang des 20. Jahrhunderts mal gesagt: „Jedesmal, wenn du ein Buch fortgelegt hast und beginnst, den Faden eigener Gedanken zu spinnen, hat das Buch seinen beabsichtigten Zweck erreicht.“ Das ist es, was ich mir im Grunde unter nachhaltiger Leseförderung vorstelle: durch Bücher und Geschichten Kinder dazu anregen, ihren eigenen Gedankenfaden weiterzuspinnen – sei das nun ein Vorgang der Fantasiebildung oder ein Nachdenken über Wissensfragen oder eine Mischung aus beidem. Leseförderung betrachte ich dann als gelungen, wenn Kinder souverän mit diesem Wechselspiel umgehen lernen, bei dem sie erkennen: Ich erfahre aus Büchern und Geschichten von anderen Menschen Anregungen und Ideen zum Weiterdenken für mein eigenes Leben. Beides gehört zusammen, weil das eine nicht ohne das andere geht. Zugleich möchte ich den Kindern bewusst machen: Hinter allem Geschriebenen und Gedruckten, Gemalten und Gesagten stehen die Gedanken und Vorstellungen anderer Menschen, auf die ich als Mensch reagieren kann. Ich kommuniziere nie mit einer anonymen Maschine, wenn ich mir zu Geschichten und Sachwissen Gedanken mache. Das hat auch etwas mit Respekt und Achtung zu tun vor den vielen verschiedenen Möglichkeiten, wie Menschen die Welt sehen und verstehen.

Worin sehen Sie die Ursachen, daß wir überhaupt bei dem doch recht einfachen Zugang zum Buch, dem ausführlichen Schulunterricht Leseförderung brauchen?
Leseförderung beginnt ja nicht erst mit dem Schulalter, sondern bereits mit den ersten frühkindlichen Sprach- und Kommunikationserfahrungen. Dass Leseförderung eine Beziehungserfahrung ist – in der Beziehung zwischen den Hörenden und Sprechenden wie zwischen den Gedanken, die dabei miteinander in Austausch treten – kann schon lange vor dem eigentlichen Lesealter spürbar werden und zu einer guten Grundlage für das spätere Selbstlesen beitragen. In der Schule kommen dann ja in Verbindung mit Buch und Lesen bestimmte Leistungserwartungen hinzu, die das Verhältnis zum Lesen und zum Buch wiederum in anderer Weise prägen - und manchmal auch belasten. Da bietet die außerschulische Leseförderung die Chance, immer wieder auch andere Facetten von Lesen und Büchern erlebbar zu machen, die nicht mit bestimmten Leistungserwartungen verknüpft sind.




Mädchen lesen (fast) alles. Jungs lesen nur Ausgewähltes. Brauchen wir eine geschlechterspezifische Leseförderung?
Wenn die Leseförderung in der Praxis stark dialogisch ausgerichtet ist, also die Rückmeldungen und Interessen der Kinder einzubeziehen versucht, ist das für mich weniger eine geschlechtsspezifische Ausrichtung, sondern immer wieder neu der Versuch, die Individualität der jeweiligen Kinder ernst zu nehmen. Ich meide dabei eher Bücher, die solche geschlechtsspezifischen Prägungen aus einem Verlags- und Verkaufsinteresse heraus überdeutlich vornehmen und suche lieber nach einer Mischung, bei der handlungsorientierte Elemente und Sachfragen, auf die tendenziell Jungs stärker reagieren ebenso vorkommen wie solche Themen, die man eher den Mädchen zuordnet. Bei der Vermittlung wie bei der Auswahl der Bücher ist mir vorrangig daran gelegen, dass jedes Kind möglichst unvoreingenommen entscheiden kann, für was es sich interessiert. Dazu gehört auch die Neigung mancher Kinder – unter ihnen offenbar mehrheitlich Jungs – vor allem in bestimmten Lebensphasen vielleicht quantitativ weniger zu lesen. Das versuche ich zu verstehen – und nicht unbedingt zu ändern.

Werden wir jemals das Ziel Leseförderung erreicht haben?
Für mich ist Leseförderung eher eine Haltung und weniger ein Ziel, das sich irgendwann erreichen lässt. Und nein – diese Haltung möchte ich eigentlich nie als „erledigt“ ablegen, sondern folge da dem Bild des Fadens: ein Buch kann gern irgendwann zugeklappt werden und es kann vielleicht auch mal länger dauern, bis das nächste Buch geöffnet wird – entscheidend ist der Gedankenfaden, der durch das Lesen seinen Anfang nimmt und dann hoffentlich noch lange, vielleicht endlos weitergesponnen wird. Mein Ziel wäre, dass das nicht aufhört und immer wieder neu in einer großen Vielfalt geschehen kann.

Herzlichen Dank fürs Interview, Frau Brandt. Ich wünsche Ihnen weiterhin viele tolle Ideen für ihre wunderbare Arbeit!

Unter Waldworte bloggt Susanne Brandt.
Mehr über Susanne Brandts Arbeit erfahren Sie in diesem Interview.
Einige Praxisbücher von Susanne Brandt findet man im Verlag Don Bosco.

Mittwoch, 22. Februar 2017

Stolpersteine der Leseförderung #lesefreude

In der Theorie scheint es doch recht einfach zu sein, Kindern Bücher nahe zu bringen. Die Eltern sollten so früh als möglich, mit ihren Kindern regelmäßig und gerne Bücher anschauen, als Vorbilder vor den Kinder selber lustvoll zu Büchern greifen und lesen. Sie sollten ihnen den Zugang zu Büchern so einfach wie möglich gestalten, also Bücher kaufen, mit den Kindern in die Bibliothek gehen, ihnen diesen Ort und seine Spielregeln zeigen. Im Kindergarten und in der Schule geht es weiter. Im ersteren sollten viele, altersgemäße Bücher frei zugänglich sein, die Erzieher vorlesen. In der Schule ergänzen kreative Leseideen das Lesenlernen. Doch die Realität sieht meist anders aus.

Lesefreude im Elternhaus

Interview mit Dr. Simone Ehmig, Stiftung Lesen: "Wir brauchen eine Bewegung für das Lesen, die alle ins Boot holt."

Hat Ihnen der Kinderarzt bei einer der ersten U-Untersuchungen den Stoffbeutel "Lesestart" mit dem hopsenden Kängaruh, das ein Buch unter seinem Arm geklemmt hat, gegeben? Dann haben Sie an einem bekannten Projekt der Stiftung Lesen teilgenommen. 1988 gegründet hat die Stiftung Lesen mit Sitz in Mainz das Ziel, Lesen und Lesekompetenz mit Projekten, Kampagnen und Aktionen für alle Menschen jeglicher Alters- und Bevölkerungsgruppe zu fördern. Sie ist die bekannteste Organisation in diesem Bereich. Daher freue ich mich sehr, mit Frau Dr. Simone Ehmig, Stiftung Lesen, über nachhaltige Leseförderung, der gesellschaftlichen Bedeutung von Lesen, den Problemen in der Leseförderung und den Unterschied zwischen Jungen und Mädchen zu sprechen.

Die Stiftung Lesen engagiert sich seit 1988 in der Leseförderung. Welche Projekte sind am bekanntesten und erfolgreichsten?
Mit hoher öffentlicher Sichtbarkeit agiert die Stiftung Lesen erfolgreich und nachhaltig mit einer Vielzahl von Programmen, die Kinder von Anfang an begleiten und sie in unterschiedlichen Kontexten ansprechen. Besonders wichtig ist „Lesestart – Drei Meilensteine für das Lesen“. Das bundesweite Programm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung sensibilisiert, motiviert und aktiviert Eltern zum Vorlesen und Erzählen. Ältere Kinder und Jugendliche finden in „Leseclubs“ außerunter­richtliche Lernumgebungen, in denen sie sich regelmäßig treffen, um gemeinsam zu lesen, zu spielen und mit verschiedenen Medien kreativ zu sein. Lesebegeisterte Kinder und Jugendliche engagieren sich als „Lesescouts“ und vermitteln jüngeren Mitschüler/innen Lesemotivation und Lesefreude.
Auf eine große öffentliche Aufmerksamkeit für die Notwendigkeit einer möglichst frühen und umfassenden Leseförderung zielen der Welttag des Buches am 23. April und der Bundesweite Vorlesetag am dritten Freitag im November. Durch Kooperationen mit McDonalds („Bücher im Happy Meal“) oder Aldi Süd tragen wir dazu bei, dass Kinder und ihre Eltern Lesestoffe an Orten vorfinden, zu denen Familien regelmäßig kommen, dort aber keine Bücher erwarten. So bringen wir das Lesen in die Lebenswelten hinein, machen es zum Gesprächsthema und wecken Lust auf mehr – das kann leseferne Familien dazu bringen, im nächsten Schritt eine Bibliothek oder eine Buchhandlung zu besuchen.

"Der Umgang mit Büchern wird achtsamer": Interview mit Hanna Nebe-Rector über Malgruppen und Bilderbücher #lesefreude

In der Theorie heißt es, Bilderbücher schärfen das Sehen, sind die ersten Berührungspunkte mit Kunst und Kreativität für Kinder. Doch wie funktioniert es in der Praxis? Und kann man mit dem künstlerischen-kreativen Ansatz Kinder zum Buch bringen? Hanna Nebe-Rector ist Kunsttherapeutin und leitet in Geisenhausen und in Leipzig Malgruppen für Kinder. Teil ihres Konzeptes für ihre Malgruppen ist die Beschäftigung mit Kinderbüchern als Inspirationsquelle. Als ich auf ihrer Facebook-Seite die Bilder der Kinder sah, staunte ich, wie sie die Bilderbücher kreativ-künstlerisch verarbeiteten. Schnell war mir klar, daß ich mehr über diese praktische Form der Leseförderung wissen wollte und freue mich über das Interview mit Hanna Nebe-Rector.

Bilderbücher und Kunst – bei genauer Betrachtung sind beide künstlerische Formen gar nicht so weit auseinander. Seit 2011 verbinden Sie beides in Ihren Malkastl-Gruppen in Geisenhausen und seit letztem Jahr im Atelier ChaMALeon in Leipzig. Wie kamen Sie auf die Idee, Bilderbücher und Kunst zu verbinden?
Bücher sind für mich schon immer eine Quelle der Inspiration. Das Interesse für Kinder- und Bilderbücher hat sich mir bis ins Erwachsensein erhalten, auch nachdem meine Kinder längst dem eigentlichen Bilderbuchalter entwachsen waren. Mit Büchern Begeisterung weiterzugeben, Denkanstösse zu vermitteln und sinnstiftend zu wirken, ist mir im Lauf der Zeit zu einem wirklichen Bedürfnis geworden. Meine erste Zielgruppe waren meine drei Söhne, denen ich viel und gern vorgelesen habe. Jetzt sind die Adressaten meiner Begeisterung für Bücher vor allem die Kinder, welche meine Malgruppen besuchen. Als praktizierende Kunsttherapeutin arbeite ich je nach therapeutischer Zielstellung gern mit Geschichten. Beispielsweise bei der Trauer- oder Traumabewältigung können geeignete Geschichten und Bilder, mitunter auch Musik, immens helfen, können Türöffner ins Gespräch und Inspiration für einen folgenden künstlerischen Prozess, der Verarbeitungsmechanismen und damit das eigentlich Heilsame in der Kunsttherapie anstösst, sein. Im Laufe dieser positiven Erfahrungen lag es nahe, Bücher nicht nur therapeutisch, sondern sozusagen auch prophylaktisch in künstlerischen Projekten mit Kindern und Erwachsenen und in meinen verschiedenen Malgruppen einzusetzen.

Dienstag, 21. Februar 2017

Praxisbeispiel: "Zum Lesen motivieren: Der Bücherwurm" von Brigitte Endres #lesefreude

Brigitte Endres hat viele Jahre als Grundschullehrerin gearbeitet, bis sie 2004 ihr erstes Kinderbuch veröffentlichte und sich seitdem als Kinderbuchautorin einen guten Namen gemacht hat. Ihre Kinderbücher sind unterhaltsam, lassen das Kind träumen und geben auch immer Stoff zum Nachdenken mit.
Brigitte Endres hat schon während ihrer Lehrertätigkeit sich der Leseförderung verschrieben, Praxisprojekte entwickelt und an Kollegen weitergegeben. Auch als Autorin stellt sie Begleitmaterial für die schulische Bearbeitung über alle Fächer hinweg für Lehrer zur Verfügung, beispielsweise beim Kinderbuch "Als Adolf in die Falle ging" oder bei "Das Mädchen auf der anderen Seite".


Für viele Kinder ist Lesen heute schulische Arbeit. Die leicht zugänglichen elektronischen Medien und das Fernsehen stehen von Jahr zu Jahr mehr in Konkurrenz zum Buch. Vor allem die Jungen sind häufig passionierte Nichtleser. Das wissen auch die Kinderbuchverlage, die deshalb vor allem auf die Mädchen setzen. Das spiegelt sich in den Verlagsprogrammen und erschwert den Jungen, mangels Auswahl, den Weg zum Buch zusätzlich. In vielen Haushalten gibt es kein Bücherregal mehr, Eltern lesen selbst nicht und lesen ihren Kindern auch nicht vor. – Das Bilderbuch ist inzwischen das größte Sorgenkind der Verlage. Dennoch ist die Wichtigkeit der Leseförderung gesellschaftlicher Konsens. Angesichts der erschreckenden Zahl von funktionalen Analphabeten, die unser Schulsystem durchlaufen haben, gilt es alles zu tun, um jedes Kind zum Buch zu bringen.

Basteltips: #Lesefreude durch kreative Lesezeichen

Was nehmen Sie als Lesezeichen, um die Stelle zu markieren, an der sie das Buch unterbrechen mußten? Haben Sie ein spezielles Lesezeichen? Und wie ist es bei Ihren Kindern? Haben sie ein persönliches Lesezeichen, gekauft, selbstgebastelt? Oder ist es am Ende das Stück Papierfetzchen aus einer Zeitung?

Begeistertes Lesen hat viel mit den äußeren Umständen (frei zugängliche Bücherregale, Leseecke, Lesezeichen) zu tun. In einer ruhigen, gemütlichen Leseecke läßt es sich besser schmökern als auf der Türschwelle der Haustür. Beobachtet man Kinder in ihrem Tun, merkt man sehr schnell, daß sie sich mit einem Buch an solche Orte zurückziehen. Daher gehört es auch zur Aufgabe von uns Erwachsenen, solche Leseorte zuhause, im Hort, im Kindergarten, in der Bibliothek einzurichten. Letzteres ist glücklicherweise schon fast Standard. Größere Hindernisse gibt es hingegen in Hort und Kindergarten teilweise, was ich aber in einem anderen Beitrag anspreche.

Neben der gemütlichen Leseecke gehört auch ein (persönliches) Lesezeichen zu diesen äußeren Umständen. Das kann der Zettel, das Papierschnipselchen sein, daß spontan als Lesezeichen verwendet wird. Oder das Kind bastelt sich sein Lesezeichen oder bekommt eins von seinen Eltern, Großeltern geschenkt. 


Gehäkelter Bär
Für jüngere Kinder ist ein gehäkelter Bär ein schmusiges Lesezeichen. Niedlich schaut er aus, gerne kann er auch als Kuscheltier genutzt werden. Mit seinen 22 cm ist er groß genug für Bilder- und Kinderbücher. Ich habe ihn in 2-3 Stunden gehäkelt. Viel Wolle braucht man nicht, also prima geeignet, um Wollreste zu verarbeiten. Die Farben der Hose oder auch seines Felles kann man gerne variieren. Ein wenig Füllwatte benötigt man für den Kopf und die Hände. Er wird in festen Maschen gehäkelt, ist einfach herzustellen, auch für Häkelanfänger.
Eine kostenlose Anleitung gibt es bei Drops.

Gehäkelte Lesezeichen in anderen tierischen Formen gibt es zuhauf: Schwein, Frosch, Ratte, Einhorn...

Privates Engagement: Vorlesen in der KITA #lesefreude



Während der Recherchen zur Themenwoche fiel mir schnell auf, wie stark die Leseförderung auf privatem Engagement basiert. Da gibt es beispielsweise die Vorlesepaten beim bundesweiten Vorlesetag oder bei den diversen Vorleseprojekten in den kommunalen Bibliotheken wie Lesestark in Dresden. Ebenso kann man die Leseclubs dazu zählen. Das sind Initiativen und Projekte, die von einer Bibliothek oder einer Stiftung organisiert, begleitet und angeführt werden. Darüber hinaus gibt es auch noch die "stillen" Engagements. Die, die ganz privat ablaufen: aus einer spontanen Idee heraus lesen - meist - Frauen in Kindergärten oder Schulen vor. Sie organisieren sich vor Ort mit der Einrichtung selbst. Eine von ihnen ist Miriam Schaps, mit der ich mich über ihr Engagment, die Organisation, die praktische Durchführung unterhalten habe.


Liebe Miriam, bitte stelle Dich und Deinen Blog Geschichtenwolke kurz den Lesern vor, auch wenn bestimmt schon ganz viele von Dir gehört haben.
Ich bin Mutter von zwei Kindern (Jungen) und Grundschullehrerin, allerdings bin ich zur Zeit zu Hause. Auf meinem Blog Geschichtenwolke stelle ich hauptsächlich Bücher für Kinder bis zu sechs Jahren vor. Zusätzlich schreibe ich auch immer mal wieder Artikel über das Lesen mit Kindern allgemein und über Projekte zu Büchern.

Du liest im Kindergarten Deines Kindes vor. Wie bist Du dazu gekommen?
Ich hatte den Eindruck, dass im Kindergartenalltag leider wenig Zeit zum Vorlesen bleibt und hatte angeboten zum Vorlesen zu kommen. Es ging also von mir aus. Leider lese ich momentan nicht vor, da mein Kleiner noch zu Hause ist und ich ihn nur schlecht zum Vorlesen mitnehmen kann. Ich hoffe aber, dass sich zum Sommer hin dann wieder zum Vorlesen kommen werde.